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01.07.2020 | 14:50

Skandal um Goldfälschung - Größter Goldbetrug aller Zeiten? 83 Tonnen gefälschte Goldbarren? Wirecard ist überall. #Gold #XAUSD #KingoldJewelry #PICC

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Das es des öfteren schon Berichte über gefälschte Goldbarren mit Wolfram- oder Kupferkern gegeben hat, ist nichts Neues im Edelmetallgeschäft, aber die zu Tage getretenen Betrugsvorwürfe in China, schlagen noch im Sommer 2020 eine weiteres Kapitel im Buch der gezielten Täuschung und Manipulation auf. Die "Wirecards" der Welt gibt es überall und in jedem Sektor.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

In den vergangenen Jahren kam es gelegentlich vor, dass im Diamantenbezirk von Manhattan gefälschte Goldbarren entdeckt worden sind. Dabei wurde das güldene Edelmetall mit einem Wolfram oder Kupferkern ersetzt. Soweit nicht Neues. Dies zeigt, dass jeder Käufer von Gold (ISIN: XD0002747026) aufpassen muss, denn nicht jeder Verkäufer/Händler ist als seriös einzustufen.

Es gibt jedoch einen Markt, der völlig immun gegen jegliche Fälschung zu sein schien: Der physische Goldmarkt in China. Warum, erfahren Sie im Laufe des Textes; denndoch ist es schon sehr merkwürdig, wenn man bedenkt, dass sich China in den letzten zwanzig Jahren zum weltweit größten Fälschermarkt für Produkte jeglicher Art entwickelt hat. Darunter auch meist industriell genutzte Metalle, die zur Absicherung von Bankkrediten verwendet werden, besser bekannt als "Geistersicherheiten“. Das wiederum erhöht den volkswirtschaftlichen Schaden deutlich, denn häufig wurden solche Sicherheiten neu verpfändet, was bedeutet, dass oft mehrere Banken Ansprüche auf denselben (gefälschten) Vermögenswert haben. Dieses Phänomen ist nicht neu, daher nun zum eigentlichen Skandal

Der wahrscheinlich größte Goldfälschungsskandal dieses Jahrhunderts betrifft China und wieder tritt eine Stadt in Erscheinung, die sich bereits am Jahresanfang ins Gedächtnis der Menschheit eingebrannt hat - Wuhan.

Der chinesische Goldbetrug findet/fand u.a. durch das Unternehmen Wuhan Kingold Jewelry Inc. (ISIN: US49579A3032 WKN: A2PT48 Ticker: KGJI) statt, welches in Wuhan gegründet wurde und von dort aus Chinaweit operiert. Selbst bezeichnet sich das Unternehmen auf seiner Website als "A Company with a Golden Future".

Im Rückblick bedeutete es wohl eher "kupferne" Zukunft, denn wie ein bemerkenswertes Exposé von Caixin Global herausgefunden hat, haben mehr als ein Dutzend chinesischer Finanzinstitute, hauptsächlich Treuhandgesellschaften (d.h. Schattenbanken), in den letzten fünf Jahren 30 Milliarden Yuan (2,8 Milliarden Dollar) an Wuhan Kingold Jewelry mit reinem Gold als Sicherheit und Versicherungspolicen zur Deckung etwaiger Verluste verliehen. Es gab nur ein Problem: Das "Gold" entpuppte sich als vergoldetes Kupfer.

Kingold Jewelry - dessen Name wahrscheinlich von Kinross Gold (ISIN: CA4969024047 WKN: A0DM94 Symbol: KIN2), einem der größten Goldproduzenten der Welt, „abgekupfert“ wurde - ist der größte in Privatbesitz befindliche goldverarbeitende Betrieb in der zentralchinesischen Provinz Hubei. Die Aktien von Kingold sind an der Nasdaq-Börse in New York notiert und der Marktwert beträgt nur noch 10 Mio. USD. Das Unternehmen wird vom Vorsitzenden Jia Zhihong geleitet, einem einschüchternden Ex-Militär, der gleichzeitig Mehrheitsaktionär ist.

Was konnte schief gegangen sein?

Nun, anscheinend alles, denn zumindest etliche der 83 Tonnen Goldbarren, die als Kreditsicherheit verwendet wurden, erwiesen sich als nichts anderes als vergoldetes Kupfer. Das hat dazu geführt, dass die Kreditgeber keinerlei Sicherheiten für 16 Milliarden Yuan ausgereichten Krediten in der Hand halten. Und wie Caixin Global hinzufügt, waren die Kredite durch 30 Milliarden Yuan an Sachversicherungspolicen gedeckt, die vom staatlichen Versicherer PICC Property and Casualty (ISIN: CNE100000593 WKN: A0M4ZZ) und verschiedenen anderen kleineren Versicherern ausgestellt worden waren.

Dass gefälschtes Gold eingelagert worden ist, kam erst im Februar 2020 ans Tageslicht, als der Dongguan Trust (eine chinesische Schattenbank) Kingold Jewelry-Sicherheiten zur Deckung ausgefallener Schulden liquidieren wollte.
Die Nachricht von Kingold Jewelry vergoldeten Kupferlegierungen, löste bei den Gläubigern Schockwellen aus. China Minsheng Trust - ein weiteres Schattenbankunternehmen und einer der größten Gläubiger von Kingold Jewelry - erwirkte einen Gerichtsbeschluss, um die Sicherheiten zu prüfen, bevor Kingold Jewelrys Schulden fällig wurden. Am 22. Mai 2020 kam dann das Testergebnis zurück, das besagt, dass auch die in den versiegelten Truhen des Minsheng Trust befindlichen Barren ebenfalls aus Kupferlegierung bestehen.

Nach Erhalt der Testergebnisse sagte der Geschäftsführer von Minsheng Trust, dass das Unternehmen Jia gefragt habe, ob das Unternehmen die Goldbarren hergestellt habe. Er leugnete dies vehement und sagte, dass dies höchstens darauf zurückzuführen sei, dass ein Teil des Goldes vor vielen Jahren erworben wurde und einen geringeren Reinheitsgrad aufwies. In einem Telefoninterview mit Caixin Global Anfang Juni 2020 bestritt Jia, dass das von seiner Firma verpfändete Gold gefälscht worden sei.

"Wie könnte es gefälscht sein, wenn Versicherungsgesellschaften zustimmten, es zu versichern?", sagte er und weigerte sich, sich weiter zu äußern. Nun, die Antwort könnte recht einfach sein: Die Versicherungsgesellschaften könnten in den Betrug ebenfalls verwickelt gewesen sein, aber das wäre schwer zu beweisen.

Die chinesischen Behörden jedenfalls untersuchen bereits diesen Betrugsfall, jedoch bestreitet Kingold-Chef Jia, dass mit den Sicherheiten seiner Firma, etwas nicht stimmt.
Was sollte er auch anderes sagen?

Warum nahm Kingold Jewelry überhaupt soviel Kapital auf?

Das Unternehmen nahm Darlehen gegen Gold auf, um seine Liquidität zu erhöhen, den Geschäftsbetrieb zu unterstützen und weitere Goldreserven aufzubauen. Schockierend ist jedoch nicht das Geschäft an und für sich, sondern, dass jahrelang niemand die Echtheit der verpfändeten Sicherheit überprüft hat!

Die Shanghai Gold Exchange, eine Selbstregulierungsorganisation der Goldindustrie, reagierte umgehend und disqualifizierte Kingold Jewelry in der vergangenen Woche als Mitglied.

Betroffene Schattenbanken

Die 83 Tonnen angeblich reinen Goldes, die von Kingold Jewelry noch im Juni 2020 in den Kassen der Gläubiger lagerten und mit denen die 16 Milliarden Yuan an Darlehen unterlegt waren, würden ca. 22% der jährlichen Goldproduktion Chinas 2019 bzw. ca. 4,2% der staatlichen Goldreserve entsprechen.

Kurz gesagt, mehr als 4% der offiziellen Goldreserven Chinas könnten gefälscht sein. Vorausgesetzt, keine anderen chinesischen Goldproduzenten und Schmuckhersteller sind in einen ähnlichen Betrug verwickelt!

Laut Werbung von Smartbroker sind die Aktien von Kingold, Kinnross, Gold-ETF für 4,00 EUR pro Order und ohne Depotgebühr in Deutschland handelbar.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Kommentar vom 21.08.2020 | 05:45

Die Auswirkungen der Corona-Krise werden aktuell noch mit massiven Rettungspaketen und durch Drucken von Geld kaschiert. Aber spätestens, wenn zum 30.09.2020 die gesetzliche Insolvenzverschleppungserlaubnis ausläuft, dürfte sich der Schleier lichten.
Von ca. 250.000 „Zombiunternehmen“ noch vor der Krise dürfte mit dem Lock-Down die Zahl auf ca. 500.000 Unternehmen allein in Deutschland verdoppelt haben.
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Kommentar vom 14.08.2020 | 05:45

Der Goldpreis hat am 07.08.2020 mit 2.075,14 USD je Unze sein bisheriges Allzeithoch ausgebildet, um dann bis Mittwoch, den 12.08.2020, wieder um über 10% auf 1.863,27 USD zu fallen.
Doch da war auch schon Schluss mit der „spontanen“ Zwischenkorrektur und nun schickt sich der Goldpreis an, wieder neue Allzeithochs anzusteuern. Dabei liegt das nächste charttechnische Ziel bei 2.100 USD und bis Ende September 2020 sogar bei 2.250 USD, was zum Mittwoch Tief einen Anstieg von 20 % entsprechen würde.
Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Goldproduzenten und Explorer, die wir uns im Folgenden ebenfalls anschauen werden.

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