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23.02.2021 | 05:45

Wirtschaftskrieg – Wenn China dicht macht – Airbus, Almonty Industries, Nordex, Ucore Rare Metals

  • Airbus
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  • nordex
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Bildquelle: pixabay.com

Die Furcht vor Versorgungsengpässen bei Rohstoffen ist angesichts der Dominanz Chinas im Rohstoffmarkt vorherrschend und bekannt. Doch ist die Furcht auch berechtigt?
Auf jeden Fall! Genau das erfährt gerade der Markt für Seltene Erden.
Die Handelsspannungen zwischen der Volksrepublik China und den USA nimmt immer weiter zu. Durch das starke Wirtschaftswachstum Chinas und der daraus resultierenden internen Nachfrage nach Seltenen Erden, überlegen hohe chinesische Beamte den Export von Seltenen Erden zu begrenzen oder gar zu stoppen. Das dürfte der Trigger sein, für eine längere anhaltende Rallye.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

Das trifft die US-Rüstungsindustrie hart

Wenn China den Nachschub an Seltenen Erden beschränkt oder gar einstellt, dann würde die US-amerikanische Hightech- und Rüstungsindustrie schwer getroffen werden. Gerade dort werden viele Seltene Erden benötigt, um z.B. Kampfflugzeuge, Smartphones oder MRT-Röntgensysteme zu bauen. Daraufhin hat das Weiße Haus am 18.02.2021 umgehend angekündigt, dass diese Woche per Präsidialerlass die US-amerikanische Seltene Erden Lieferkette auf kritische Schwachstellen überprüft werden müsse. Da China der Hauptexporteur der Seltenen Erden ist, werden die USA und andere Länder ihre Abhängigkeit deutlich reduzieren müssen. Dazu gehört auch der Aufbau eigener Produktionskapazitäten, aber auch die Entwicklung und das Finden neuer Lagerstätten.

Almonty Industries – Wolframproduzent sichert Vorkommen

Eines der Seltenen Erden ist das Industriemetall Wolfram. Das kanadische Wolframunternehmen Almonty Industries (WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Ticker: ALI) betreibt bereits zwei produzierende Wolframminen in Portugal und Spanien. Aktuell baut das Unternehmen die größte Wolframmine außerhalb Chinas in Südkorea aus. Diese soll zukünftig mindestens 5-10% der weltweiten Wolframproduktion abdecken. Über 80% des Wolframs stammen derzeit noch aus China, daher ist die südkoreanische Sangdong Mine besonders wichtig und dürfte später für ca. 30% der nicht-chinesischen Weltproduktion stehen.

Die deutsche KfW IPEX-Bank und die österreichische Kontrollbank AG haben das südkoreanische Projekt finanziert. Damit soll indirekte auch für die deutsche und österreichische Industriekunden der Zugriff auf die Rohstoffe gesichert werden. Direkten Zugriff auf einen Teil der Wolframkonzentrate hat sich die in Österreich ansässige Plansee-Gruppe via Abnahmeverpflichtung gesichert. Mit dem Produktionsstart der Sangdong Mine würde daher eine neuer Weltmarktanbieter entstehen und die große Abhängigkeit von China reduzieren, zumindest was den Bedarf an Wolfram anbelangt.

Ucore Rare Metals – Neue Technologie

Ein weiterer Profiteur des Seltenen Erden/Metalle Booms der kommenden Jahre dürfte die Ucore Rare Metals (WKN: A2QJQ4 ISIN: CA90348V3011 Ticker: U9UA) aus Kanada sein.
Das Unternehmen konzentriert sich auf die Extraktions-, Aufbereitungs- und Separationstechnologien für die Seltenen Erden Rohstoffe. Oftmals kommen Seltene Erden in nur geringen Mengen in den Minen vor und müssen im Anschluss aufwendig separiert werden. Dabei gehen immer noch viele Rohstoffe verloren. Dafür erforscht Ucore Rare Metals zusammen mit Innovation Metals die neue RapidSX Technologie. Hierbei wird die Rückgewinnungsquote der Seltenen Erden aus den gelieferten Materialien deutlich **erhöht.v

Die Erforschung der RapidSX-Technologie wird vom US-Verteidigungsministerium mitfinanziert. Der Hintergrund ist, wie oben beschrieben, ganz einfach und soll die Abhängigkeit von China verringern, denn bisher werden teilweise sogar die in Kanada oder USA produzierten Erze nach China zur Selektion ausgeschifft. Wenn sich die RapidSX Technologie durchsetzt, wäre auch hier ein nächster Schritt Richtung Rohstoffunabhängigkeit getan. Ucore Rare Metals erhielt zudem Ende Januar 2021 für seine 100-prozentige Beteiligung am Bokan-Dotson Ridge Seltene Erden Projekt in Alaska ein 3,5 Millionen Investment der AIDEA – Alaska Industrial Development and Export Authority.
Mit diesem Geld soll Ucore Rare Metals zügig dieses Seltene Erden Projekt vorantreiben. Auch dies zeigt, dass immer mehr Behörden den Ernst der Lage im Seltene Erden Markt erkannt haben.

Airbus – Streitbeilegung mit Boeing?

Die Aktien des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus (WKN: 938914 ISIN: NL0000235190 Ticker: AIR) konnten sich seit den Tiefständen von März und Mai 2020 schubweise von 48,21 Euro wieder auf 95,8 Euro zum heutigen Dienstag, den 23.02.2021, hocharbeiten. Auch die Nachrichtenlage hat sich deutlich verbessert und erst am Samstag, den 20.02.2021 vermeldete Reuters, dass der Airbus Chef Guillaume Faury seinem Kollegen und Wettbewerber von Boeing, David Calhoun angerufen hat, um eine Art Waffenstillstand im Handelsstreit zwischen den USA und der EU auszuhandeln. Bisher eskalierten die USA wie auch die EU mit immer wieder mit neuen Handelssanktionen für die jeweilige Gegenseite.

Da Airbus und Boeing gleichermaßen von den Flugzeugstornierungen der Luftfahrtbranche, während der Coronakrise betroffen sind und nun mit China und dem möglichen Lieferstopp von Seltenen Erden eine nächste große „Baustelle“ auftreten könnte, wäre eine Streitbeilegung der beiden „Streithähne“ und die Konzentration auf die Rationalisierungen im Kerngeschäft für beiden Seiten sehr wichtig.

Nordex – Rasante Entwicklung – MDAX?

Der von Hamburg aus verwaltete und in Rostock ansässige Windkraftanlagenbauer Nordex (WKN: A0D655 ISIN: DE000A0D6554 Ticker: NDX1) hat sich auf Festland-(Onshore)-Windkraftanlagen spezialisiert. Dabei fertigt, errichtet und wartet das Unternehmen die Windkraftanlagen und bietet internationalen Investoren ein Fullservice Paket an. Durch die rasante Kursentwicklung des Aktienkurses auf 24,50 Euro je Aktie und einer Marktkapitalisierung von 2,7 Milliarden Euro zum 23.02.2021, ist Nordex mittlerweile ein Aspirant für den Aufstieg in den MDAX für die mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften. Dies wird jedoch erst am 03.03.2021 bekannt gegeben. Sollte Nordex darunter sein, steigen automatisch mehr institutionelle Investoren ein, was die Aktie von Nordex auch international noch bekannter. Die Auftragsbücher sind jedenfalls gut gefüllt. Doch auch Nordex dürfte die Auswirkungen von einem möglichen Exportstopp von Seltenen Erden schnell spüren, werden doch in vielen Windkraftanlagen Permanentmagnete für den Generatorbau eingesetzt. Und für diese werden Seltene Erden benötigt.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Kommentar vom 18.01.2021 | 05:45

Durch die vielen weltweit stattfindenden permanenten Staatseingriffe in die Wirtschaft sind auch die internationalen Lieferwege unterbrochen und Versorgungsengpässe entstanden. Die auf hohe Effizienz getrimmten Lieferketten mit Just-in-time (JIT) Produktion und Lieferung haben sich als Achillesferse für viele Unternehmen der westlichen Welt erwiesen. Doch auch die Abhängigkeit der Wirtschaft von einzelnen Absatzmärkten und Zulieferbetrieben führt zu einem Umdenken in den Führungsetagen der Wirtschaft. Unternehmen, die in dieser Situation strategisch vorausschauend handeln, können die Gewinner von morgen sein, auch wenn aus politischen Gründen so manches Unternehmen auch einmal auf dem Index landet.

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Kommentar vom 09.11.2020 | 05:45

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