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23.11.2020 | 05:45

Trend nimmt Fahrt auf bei Seltene Erden – Daimler, Geely, Defense Metals, Lynas

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Bildquelle: pixabay.com

Technologiemetalle und Seltene Erden (Rare Earth) sind Dauerthemen an der Börse und immer im Fokus bei strategischen und langfristigen Entscheidungen seitens Konzernen und Staaten. Die strategische Entscheidung hat auch China vor zig Jahren getroffen und sich eine Monopolgleiche Stellung bei der Versorgung und Verarbeitung von Seltenen Erden erarbeitet. Da moderne Technologien wie Smartphones, Bildschirme, Laptops aber auch Windkraftanlagen und Elektrofahrzeuge ohne die Technologiemetalle wie Dysprosium, Neodym, Germanium und Gallium nicht funktionieren, ist die westliche Welt auf der Suche nach einem Weg, sich aus der Abhängigkeit Chinas zu befreien.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

Lynas – Einzige Alternative

Die einzige nennenswerte Alternative Seltene Erden außerhalb Chinas zu erhalten heißt Lynas (WKN: 871899 ISIN: AU000000LYC6 Ticker: LYI). Die Hauptmine des australischen Unternehmens liegt in Westaustralien im Mt. Weld. Es handelt sich um den zweitgrößten Seltene Erden Produzenten und den größten außerhalb Chinas. Die dort abgebauten Metalle werden vor Ort in einer Verarbeitungsanlage konzentriert. Im Anschluss verschifft Lynas die Rohware zur unternehmenseigenen Wertstoffanlage in Gebeng, Malaysia. Diese ist gleichzeitig die weltgrößte Verarbeitungsanlage für Seltene Erden und von dort aus werden alle Kunden weltweit bedient, ob nun Japan, Europa, China oder Nordamerika. Dass Lynas immer mehr in den Fokus der Anleger rückt, sieht jeder, der sich die Entwicklung des Unternehmens und dessen Chartverlauf anschaut. Mit einem Allzeithoch im April 2011 setzte eine langanhaltende Baissephase ein. Das Tief wurde im Juni 2015 erreicht. In den vergangenen beiden Wochen schaffte es die Aktie, neue Hochs zu erreichen und die alten Hochs aus 2019 aus dem Markt zu nehmen.

Defense Metals – Seltene Erden aus Nordamerika

Defense Metals (WKN: A2PBZ4 ISIN: CA2446331035 Ticker: 35D) sucht als Explorer Seltene Erden in Nordamerika. In British Columbia, Kanada ist das Unternehmen bereits fündig geworden. Das rund 1.700 Hektar große Seltene Erden Projekt Wicheeda zeigt knapp fünf Millionen Tonnen Mineralressourcen an. Mit einem Anteil von ca. 3 % leichten Seltenen Erdmetallen ginge es hierbei um ca. 150.000 Tonnen sehr wichtiger Technologiemetalle und das außerhalb Chinas. Die abgeleiteten Mineralressourcen werden auf über 12 Millionen Tonnen geschätzt, so dass sich die leichten Seltenen Erdmetalle nochmal verdoppeln dürften. Defense Metals wird dies aber in weiteren Bohrungen erst noch nachweisen müssen. Die ersten Untersuchungen von 26 Tonnen schweren Materialproben ergaben bereits ein hohes Mineralkonzentrat mit durchschnittlich 7,4% NdPR-Oxid (Neodym-Praseodym).

Geely und Daimler – Kooperation bei Hybridantrieben

Ein Anwendungsbereich von Seltenen Erden besteht in der E-Mobilität. Gerade Neodym oder auch Dysprosium wird z.B. in der Produktion von Motoren verwendet. Da immer mehr Elektroautos verkauft werden sollen, steigt somit auch der Bedarf nach den entsprechenden Seltenen Erden. Doch auch in Wasserstoffautos werden diese Stoffe benötigt. Daher überrascht es auch nicht, dass der chinesische Automobilbauer Geely mit dem Daimlerkonzern kooperiert und sie zusammen an den Hybridantrieben forschen. Gemeinsam wollen sie sich innerhalb des globalen Wettbewerbes rüsten und von Skaleneffekten profitieren. Mit einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk sollen hocheffiziente Hybridmotoren entwickelt werden. Daimler strebt z.B. eine klimaneutrale Neuwagen PKW-Flotte bis 2039 an. Daher führt am Weg zur Elektrifizierung des Antriebsstrangportfolios kein Weg vorbei. Wenn sich jeder Investor überlegt, wie viele E-Autos in den kommenden Jahren produziert werden sollen, kann erahnt werden, dass die Nachfrage nach Seltenen Erden weiter zunehmen dürfte. Von diesem Trend kann jeder Anleger langfristig profitieren.

Vaneck Rare Earth Metals ETF - massive Divergenz

Der Vaneck Rare Earth Metals ETF zeigt eine übergeordnete Trendwende bei den Seltenen Erden an. Der RSI - Relative Stärken Index hat die Tiefs von 2020 verglichen mit den Tiefs von 2016 nicht mehr bestätigt und auf Monatsbasis eine massive Divergenz aufgebaut. Im Zuge der Aufwärtsbewegung dürften die 2018er Hochs übertroffen werden, was vom aktuellen Standpunkt fast einer Verdopplung entsprechen würde. Das Unternehmen wie Defense Metals oder Lynas noch stärker als der ETF reagieren dürften, sollte sich je nach Risikoneigung jeder bewußt machen.


Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die HFC Hanseatic Financial Contor GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der HFC Hanseatic Financial Contor GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


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Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko. Dieses Zitat stammt von dem österreichischen Soziologen und Publizisten Helmut Schoeck (1922 – 1993) und passt hervorragend in die heutige Zeit. Aus Angst vor dem Tod wird auf das Leben verzichtet. Voller Angst und Panik sind viele Menschen in einer Art Schockstarre gefangen gehalten und bemerken nicht die massiven Umwälzungen, die seit Monaten stattfinden. Damit verpassen sie aber auch, wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen, ihre Ersparnisse zu sichern und profitabel anzulegen. Mit den heute vorgestellten Aktien sollten Anleger von den nachhaltigen Trends in den kommenden Monaten und Jahren profitieren.

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Seltene Erden (Rare Earth) oder auch Technologiemetalle genannt werden auch in 2021 ein Dauerthema an der Börse sein. China ist durch strategische Entscheidungen der Vergangenheit zum größten Produzenten und Verbraucher von Seltenen Erden geworden. Durch die Monopolgleiche Stellung Chinas bei der Versorgung und Verarbeitung von Seltenen Erden befindet sich der Rest der Welt in großer Abhängigkeit. Mit dem neuen Fünf-Jahresplan der chinesischen Führung, mit Fokussierung auf die Stärkung der chinesischen Binnennachfrage, dürften noch weniger Seltene Erden das Ausland erreichen bzw. nur zu weit höheren Preisen als bisher. Das wiederum ist gut für die Unternehmen, die sich in diesem Spezialrohstoffsegment tummeln und Windturbinenhersteller und Elektrofahrzeugproduzenten beliefern. Denn wenn die Nationen „grün“ werden wollen, brauchen sie Seltene Erden in rauen Mengen.

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Hochtechnologie ist ohne Seltene Erden (Rare Earth) weder entwickel- noch produzierbar. Da es sich bei Seltenen Erden nicht um Erde, sondern um Metalle handelt, gäbe es ohne sie keine Smartphones, keine Elektroautos und auch viele andere technische Geräte nicht.
Einer der Hauptlieferanten für Seltene Erden ist nach wie vor China und genau das macht die militärische Führungsriege der USA und ihre NATO-Partner mehr als nervös.
Wer braucht Seltene Erden und wer sorgt für Nachschub in der Zukunft?

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