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22.02.2021 | 05:45

Nadelöhr Lithium - sonst keine E-Mobilität – Albemarle Corp, Millennial Lithium, Rock Tech Lithium

  • Albemarle
  • Millennial lithium
  • Rock Technik Lithium
Bildquelle: pixabay.com

Die großen Autobauer der Welt wurden in den letzten Jahren immer mehr dazu genötigt, in die Elektromobilität zu investieren. So langsam fassen nun auch die deutschen Autobauer in diesem Segment Fuß. Die Absatzzahlen vom ID.3 von Volkswagen überholten nach Verkaufsstart im September 2020 bis zum Jahresende den bisherigen Platzhirsch Tesla, und zwar die der Modellreihen S, X und 3. Durch die aufgelegten Sonderprogramme der Regierungen für die E-Mobilität soll der Verkehr umweltfreundlicher gestaltet werden. Doch um die nötige Energie für die Batterien zu speichern, werden vor allem Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt benötigt. Und zwar sehr viel Lithium. Lithium entwickelt sich damit zum Nadelöhr der E-Mobilität, denn durch die hohe Lithiumnachfrage dürfte die Lithiumproduktion ab 2022/23 schon nicht mehr mithalten können. Da in den letzten fünf Jahren kaum Investitionen in den Lithiummarkt geflossen sind, wird das Defizit in der Lithiumproduktion im Vergleich zum Lithiumverbrauch immer größer. Daher gehören ausgewählte Lithiumaktien in jedes langfristig ausgerichtete Depot.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Bode


 

Deutschlands zukünftiger Lithiumversorger?

Das Unternehmen Rock Tech Lithium (WKN: A1XF0V ISIN: CA77273P2017 Ticker: RJIB) rückte nach dem Weihnachtsfest 2020 verstärkt in den Fokus der Anleger. Trotz laufender Korrektur liegt die Aktie nach 2 Monaten immer noch über 300 Prozent vorne und notiert derzeit bei 2,81 Euro je Aktie. Dass der Preisanstieg nicht von ungefähr kommt, sieht man an der engen Vernetzung des Unternehmens mit der deutschen Industrie. Erst am 27.01.2021 verkündete Rock Tech Lithium die Zusammenarbeit mit dem bekannten deutschen Bauunternehmen Günther Papenburg AG aus Hannover. Dabei bezieht sich die Kooperation
auf den möglichen Bau eines Lithium-Hydroxid-Konverters in Sachsen-Anhalt. Der derzeit noch in der Planungsphase befindliche Standort wäre in der Nähe der beiden Chemieparks Bitterfeld-Wolfen und Piesteritz. Diese könnten dann auch die nötigen Reagenzien für den Umwandlungsprozess des Lithiums-Sulfates liefern.

Die Lithiumsulfat-Mine von Rock Tech Lithium befindet sich in Kanada im Bau und könnte mit dem in Sachsen-Anhalt angedachten Bau des Lithium-Hydroxid-Konverters zukünftig die Lithiumversorgung der deutschen Automobilindustrie sicherstellen. Dies ist ein extrem wichtiger Meilenstein für die Automobilindustrie, denn aktuell gibt es keinen dieser Konverter außerhalb Chinas. Wenn Rock Tech Lithium den Bau umsetzt, dann wäre es der erste Lithium-Hydroxid-Konverter in Europa. Wie wichtig dies für die deutsche Wertschöpfungskette ist, kann jeder erahnen, der die letzten News aus China lesen konnte. Dort ist durchgesickert, dass hochrangige chinesische Beamte den Exportstopp von Seltenen Erden überprüfen. Damit wollen sie vor allem dem US-amerikanischen Militär ein Bein stellen, weil die USA Taiwan mit Waffen unterstützt. Auch bei der Lithiumproduktion könnte eine derartige Entscheidung empfindlich die E-Mobilitätsproduktion außerhalb Chinas treffen.

Albemarle Corporation – Wieder abgeliefert

Die Albemarle Corporation (ISIN: US0126531013, WKN: 890167, Ticker-Symbol: AMC, NYSE-Symbol: ALB) rückte 2020 immer mehr in den Fokus der Anleger. Nach 25-jähriger Dividendenhistorie und regelmäßigen Ausschüttungserhöhungen wurde Albemarle Corporation 2020 in den S&P 500 Dividend Aristocrats Index aufgenommen. Was 1994 noch mit einer Dividende von $0,10 je Aktie begann, ist heute bereits auf stolze $1,47 p.a. angewachsen. Ein Ende der sukzessiven Dividendenerhöhung ist nicht in Sicht. Der Gewinn im vierten Quartal 2020 lag zwar Corona bedingt mit $ 84,6 Millionen ca. $ 6 Millionen unter 2019, aber die Analysten hatten mit einem noch geringeren Gewinn des Unternehmens gerechnet.

Der hauptsächliche Gewinn des Chemiekonzerns wurde mit Lithium, Katalysatoren und Brom erwirtschaftet. Dabei verfügt die Albemarle Corporation über die vertikale Integration sämtlicher Lithiumprozesse vom Abbau der Ressource bis hin zur Umwandlung und Produktion von Batterien. Die Lithium Produktion in Silver Peak, Nevada will das Unternehmen in der zweiten Hälfte 2021 kontinuierlich hochfahren und verdoppeln. Dennoch schraubte der Konzern die Erwartungen für 2021 zurück und die Aktie wurde für diesen zu konservativen Ausblick in den letzten Tagen abverkauft.

Millennial Lithium – 550 Prozent in 11 Monaten

Die Aktie des in Argentinien tätigen Lithiumexplorers Millennial Lithium (WKN: A2AMUE ISIN: CA60040W1059 Ticker: A3N2) war in den letzten elf Monaten einer der Stars am Lithium Himmel. Vom März-Tief 2020 ging es bis zum heutigen Montag, den 22.02.2021, um über 450 Prozent aufwärts. Das Allzeithoch markierte die Aktie dabei am 21. Januar 2021 mit 3,84 Euro und notiert derzeit bei 2,44 Euro. Das Kursziel der Aktie sieht die Investmentbank Cantor Fitzgerald bei 6,50 CAD je Aktie, was ungefähr 4,20 Euro entspricht. Vom aktuellen Kurs wäre das noch ein Potential von über 70 Prozent.

Aus diesem Grund ist die Investmentbank auch zusammen mit Sprott Capital Partners bei Millennial Lithium eingestiegen, um die Projekte Pastos Grandes und Cauchari East weiter voran zu treiben. Die Unternehmensfinanzierung wurde zum 11. Februar 2021 abgeschlossen. CAD 34,5 Millionen zu 4,00 CAD (ca. 2,60 Euro) je Aktie wurden dabei eingeworben. Für Millennial Lithium bedeutet das eine breitere Aktionärsbasis von institutionellen und strategischen Investoren.
In zwei Jahren soll die Produktion auf dem Pastos Grandes Projekt starten, welches sich im argentinischen Lithium Dreieck befindet. Hier sind z.B. auch die Unternehmen SQM, Albemarle, Livent Corp. und Orocobre tätig.


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Die Börsenindizes wie der DAX 30, Dow Jones 30, Nasdaq 100 oder S&P 500 rennen seit Monaten von einem Allzeithoch zum nächsten. Seit März 2020 wurde bisher jeder Kursrücksetzer aufgekauft. Während sich der Nasdaq 100 seit März 2020 bereits verdoppelt hat, stehen die anderen drei Indizes noch vor der Verdopplung. Aber werden sie dies noch erreichen oder ist die seit zwei Wochen anhaltende Schwäche ein Trendwendesignal nach 14 Monaten Dauerrallye? Vielleicht schichten jetzt auch institutionelle Anleger ihre Depots um und nehmen Gewinne aus den teilweise mit dem 50 bis 60-fachen Jahresumsatz bewerteten Aktien mit. Die Umschichtung der Gewinne scheint jedenfalls in Rohstoffe und Rohstoffaktien zu erfolgen. Klar, denn diese profitieren direkt von steigenden Rohstoffpreisen.

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Alle großen Autobauer der Welt haben sich auf die Elektromobilität eingeschossen. Einige davon haben sich auch schon langfristig festgelegt und sich perspektivisch bereits aus der Produktion der Verbrennungsmotoren verabschiedet. Ein klares Statement, das zumindest im derzeitig vorherrschenden Zeitgeist bei den meisten Anlegern gut ankommt. Doch wer zu dem einen Nein sagt, der muss folglich innerhalb der Elektromobilität auch Ja zu den wichtigsten Rohstoffkomponenten sagen. Das ist unter anderem der Rohstoff Lithium und zwar in rauen Mengen. Lithiumaktien gehören daher in jedes langfristig ausgerichtete Depot.

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Kommentar vom 08.04.2021 | 05:45

Die 20er Jahre des 21. Jahrhunderts werden wahrscheinlich als Jahrzehnt des weltweiten Umbruchs und der Rohstoffe in die Geschichtsbücher eingehen. Durch die Lockdown-Politik und Schließung ganzer Wirtschaftszweige sind nach einem Jahr bereits massivste wirtschaftliche Auswirkungen sichtbar. Die Knappheit an den verschiedensten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen macht sich in immer mehr Teilen der deutschen wie auch der globalen Wirtschaft bemerkbar. Kunststoffknappheit in der Verpackungsindustrie, Dachlatten bei Dachdeckern, OSB-Platten bei den Innenausbauern usw.. Die Lieferfristen verschieben sich immer weiter nach hinten und die Preise sind teilweise um 50 – 100 Prozent gestiegen. Dazu kommt der wachsende Vertrauensverlust in die Politik. Genau diese Mischung lässt Rohstoffe aller Art deutlich über Jahre steigen, denn verloren gegangenes Vertrauen wird nicht durch „Ehrenerklärungen“ zurückerlangt.

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